Travel Tuesday

Im Katzentempel von Hamburg

Darf es ein Miau zum Kaffee sein? Wir, Dalma Lee und Mira, haben das vegane Café Katzentempel Hamburg besucht und zeigen dir das interessante Konzept des Katzen-Cafés!


Dalma Lee:
Katzen, das wussten bereits die alten Ägypter, sind anbetungswürdige Geschöpfe, die sich mehr oder weniger gnädig mit Menschen umgeben. Ich als selbsternannte „Dog-Lady“ war skeptisch, als ich vom Katzen-Café Katzentempel in Hamburg hörte.

Katzentempel Hamburg

Ich habe die niedlich eingerichteten Katzen-Cafés aus Seoul, Korea in Erinnerung, wo es neben unzähligen „oh, wie süß“ quietschenden Menschen, eine große Menge an puscheligen, wohlgenährten Katzen gab.

Gefallen hat es mir damals nicht – ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich ein Tier bei stündlich wechselnden Gästen und keiner klaren Bezugsperson wohl fühlen kann.

Das Konzept eines deutschen Katzen-Cafés gibt es in München, Nürnberg und in Hamburg. Im Katzentempel Hamburg leben Katzen, die aus Tierheimen gerettet wurden und hier ihr neues Zuhause gefunden haben.

Katzentempel Hamburg
Katzentempel Hamburg

Mit einer gesunden Portion Neugier war ich also unterwegs und wurde zunächst von dem Design positiv überrascht. Das Café ist tatsächlich für die dort lebenden Katzen eingerichtet – Kratzbäume, Spielzeug, Rückzugsmöglichkeiten und Klettergerüste vervollständigten die Einrichtung.

Die Mitarbeiter passten gut auf, dass die Besucher den Katzen nicht zu sehr auf die Pelle rückten. Dass die Katzen einen eigenen Raum als Rückzugsort haben und deutlich darauf hingewiesen wurde, dass die Katzen keine „Spielzeuge“ sind, fand ich sehr positiv.

Katzentempel Hamburg = Veganes Paradies!

Besonders toll für mich: Die vegane Speisekarte, wo ich ohne zu überlegen oder zu suchen wirklich alles bestellen konnte. Und super lecker war es auch noch! Mir hat ganz besonders der Matcha Latte zugesagt – perfekte Wärme, herber Geschmack, toll!

Allerdings war mir der Geräuschpegel viel zu hoch und ich frage mich, ob das auf die Dauer für Katzen so gut ist; natürlich sind Katzen sehr selbstständige „Haus„tiere und konnten sich innerhalb des Cafés auch mal der Aufmerksamkeit der Besucher entziehen. Aber dennoch sagte mir das Gewusel, die ständig wechselnden Besucher und der Lärm für die Tiere nicht zu.

Katzentempel Hamburg

Mein Fazit: Ich bin einerseits beruhigt, dass das Konzept des Cafés um einiges unaufgeregter ist, als ich gedacht hatte. Ich hatte mir eine Messie-Höhle vorgestellt, die voll mit Kitsch und Katzen vollgestopft ist.

Aber empfangen wurde ich von einem sehr modernen, skandinavisch angehauchen Laden und entspannten Mitarbeitern und Katzen.

Dennoch bleibt ein Rest Skepsis in mir, denn trotz aller guten Vorsätze und des tollen Teams im Café täuschte der noble Ansatz, Tieren zu helfen und ein angenehmes Ambiente zu schaffen, nicht darüber hinweg, dass viele Besucher es anders sahen.

Tiere sind keine Deko oder kein Gimmick, das man sich zum Kaffee gönnen sollte – ich habe den Eindruck gehabt, dass viele Gäste es anders sahen, als die Betreiber des Cafés es geplant hatten.

Die Balance muss stimmen

Was ich mir wünsche ist, das solche Cafés „Normalität“ werden, sodass die Besucher eines Katzencafés die Katzen nicht als Accessoire betrachten; immerhin haben die Katzen, die dort leben, schon genug im Tierheim durchgemacht und brauchen viel Stabilität.

Ob die Aufmerksamkeit in einem Hochbetrieb und die Aufregung gut für sie ist?
Darüber kann dir Mira mehr berichten, denn sie ist quasi „vom Fach“ 😉

Neues Stammcafé?

Mira:
Als Crazy Cat Lady (TM) habe ich natürlich selber Katzen und da klingt ein Katzencafé in Hamburg wie mein zukünftiges zweites Zuhause. Der Name „Katzentempel“ ist völlig angemessen, das wird mir wohl jede Person, die sich mit Katzen umgibt, bestätigen. Das Café ist übrigens auch gut von der U-Bahn-Station „Schlump“ zu erreichen.

Katzentempel Hamburg – Cat Walk

Beim Betreten des Katzencafés ist mir der helle und luftige Innenraum sofort aufgefallen und ich muss Dalma bei der Lautstärke widersprechen: Ich fand es nicht zu laut. Zwar gut besucht, aber nicht unangenehm voll. Bei der Ausstattung für die Katzen wurde nicht gespart, da stimmt meiner Meinung nach alles: von der „Schleuse“, durch die man das Café betritt, über die vielen Klettermöglichkeiten und Rückzugsorte, bis hin zu den Katzennetzen vor den gekippten Fenstern. Auch Trinkbrunnen und Katzengras stehen den Samtpfoten zu Verfügung und jede. Menge. Spielzeug.

Die Katze im Mittelpunkt

Katzentempel Hamburg – entspanntes Spielen mit den Gästen

Willige CafébesucherInnen, die die Katzen bespaßen, gab es genügend. Der Fokus lag eindeutig auf den Katzen. Man wusste sofort, wo sich gerade eine aufhielt: Die Gespräche wurden unterbrochen, die Gäste wandten sich den Tieren zu und animierten sie zum Spielen oder Kuscheln. Ich habe aber nicht mitbekommen, dass eine Katze dadurch bedrängt oder zu etwas gezwungen wurde, auf das sie keinen Bock hat.

Katzen, die sich unwohl fühlen, legen sich nicht auf „Anfass-Höhe“ entspannt zum Schlafen hin. Natürlich zuckt der eine oder andere Schwanz, wenn sich drei, vier BesucherInnen im Kreis (aber mit Abstand!) um eine Katze stellen und sie der Reihe nach streicheln. Ich vertraue einfach darauf, dass Katzen es ziemlich gut raus haben, was sie wollen und wie sie es mitteilen. Konflikten gehen sie eher aus dem Weg, bevor sie sich mit Krallen wehren.

Café mit Katzen statt Katzencafé

Katzentempel Hamburg – ich empfehle die Wedges mit „Mayo“!

Ich finde es richtig schön, dass die Katzen aus Tierheimen geholt wurden und der Tierschutz angesprochen wird. Die vegane Speisekarte war, genau wie Dalma schon sagte, einfach mal richtig gut, um ohne Vorsicht lecker essen gehen zu können. Ich werde mich auf jeden Fall einmal durch die Speisekarte arbeiten, Stichwort Frühstück.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass der Katzentempel für das Ambiente und die Speisen bekannt wird und die Katzen weiterhin ein schönes Zuhause haben. Katzencafés – bei dem das Wohl der Katze an erster Stelle steht – sind aus menschlicher Sicht sicherlich eine gute Sache für Leute, die sich in der Gegenwart von Katzen wohl fühlen oder sich Streicheleinheiten abholen wollen. Und für die Katzen? Ich habe zwischendurch gedacht, wie gut es die Katzen haben, weil sie bespaßt und gekrault werden. Das liegt aber nicht jeder Katze. Diese Cafékatzen wurden übrigens mit der Flasche aufgezogen und sind daher an Menschen gewöhnt.

Katzentempel Hamburg – diese Katze stört sich nicht an der vielen Aufmerksamkeit

Mein Fazit: Ich bin ganz schön beeindruckt, wie gelassen und selbstbewusst die Stubentiger durch das Café gelaufen sind. Mein allgemeiner Eindruck ist, dass die BesucherInnen hin und weg von den Katzen waren, sie aber mit gebührender Achtung behandelt haben. (Ich gebe zu, das klingt wie aus dem „1×1 für Crazy Cat Ladys (TM)“) Die Mitarbeiterinnen sind herzlich und es war schön zu sehen, wenn eine Mitarbeiterin eine Katze im Vorbeigehen gestreichelt hat. Eine Szene ist mir in Erinnerung geblieben: Ein älterer Mann, der an einem Tisch saß, Kaffee getrunken und Zeitung gelesen hat. Neben ihm auf dem Stuhl schlief eine schwarze Katze, die dann und wann von diesem Besucher am Kopf gekrault wurde. So entspannt stelle ich mir das ideale Katzencafé vor.

 

 

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1 Kommentar zu “Im Katzentempel von Hamburg

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