Reise Travel Tuesday

London Calling

Es gibt nur wenige Städte, die mich so schnell erobert haben wie London. Sieben Jahre ist es schon her, dass ich meine erste Reise in die Hauptstadt von England angetreten habe. Von dieser Reise und drei weiteren möchte ich dir berichten.

Damals konnte ich noch nicht viel mit London anfangen; die Stadt war ab und an der Schauplatz in Romanen oder ein beliebtes Klassenfahrt-Ziel der Parallelklassen. Aber wie sollte es auch anders sein, durch Harry Potter und zugehörige Fanfictions wurde mein Interesse geweckt. Das wollte ich mir mal aus der Nähe ansehen.

Die Dächer von London
Londons Dächer – Es gibt so viel zu entdecken

Die erste Reise, 2010

Diese Reise habe ich mit einer damaligen Freundin zusammen gemacht. Die Gesamtsituation war nicht die beste, wir hatten uns gleich am ersten Tag gestritten, das Hostel war ungemütlich und wir hatten keinen genauen Plan davon, was wir eigentlich machen wollten, außer, dass es nicht viel kosten durfte. Ein paar Glückstreffer hatten wir, wie das Theaterstück, das wir uns im Criterion Theatre am Piccadilly Circus angesehen hatten. Um dann am Bahnhof King’s Cross wieder Pech zu haben: Gleis 9 3/4 wurde gerade umgebaut und war nicht zugänglich. Zumindest wurde uns Muggeln das so gesagt … Trotz aller Hindernisse: Ein Stück London ist in dieser Woche in meinem Herzen geblieben.

Januar 2014

Fast Forward zu meiner zweiten Reise, angetreten mit meinem Vater. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass wir strahlenden Sonnenschein hatten und dass sich das Wetter auch während meiner weiteren Reisen nur von seiner besten Seite gezeigt hat! Aber als Hamburgerin bin ich ja auch nicht allzu verwöhnt. Mit drei Tagen war das die kürzeste Reise, aber dafür hatten wir eine sehr intensive Zeit.

Theaterschauspieler Tom Hiddleston in London
Theaterschauspieler Tom Hiddleston in London

Auslöser für diese Reise kam wieder aus meinem Fangirl-Dasein: Tom Hiddleston hat den Coriolanus im gleichnamigen Theaterstück gegeben und auch das musste ich mir mal aus der Nähe ansehen. Doch wer sich erinnert: Die Theatertickets waren gefühlt innerhalb von Sekunden vergriffen und auch ich hatte kein Glück. Aber das Flugticket war gekauft, das Hotel gebucht. Und ich hatte die Hoffnung auf Karten an der Tageskasse. (Spoiler: Das Theaterstück habe ich mir erst einen Monat später im Bremer Cinemaxx per Liveschaltung ansehen können.) Am Ende kamen wir dann doch zum richtigen Zeitpunkt am Theater vorbei. Es hatte sich bereits eine kleine Traube von Fans gebildet und zwei Minuten später trat Tom Hiddleston aus der Tür und hat sich nach dem Theaterstück seinen Fans gewidmet. Viele haben sich für ein Autogramm angestellt, aber ich war völlig zufrieden damit, mir den Schauspieler nur anzusehen. Starstrucked much?

An diesen drei Tagen ging alles glatt: Ich bin mit meinem Vater in einer ungeplanten, aber perfekt verlaufenden Tour alle Touristenspots abgelaufen, beziehungsweise abgefahren. Denn wem die Füße wehtun, der kann sich in einer der Doppeldeckerlinien die Stadt gemütlich im Sitzen ansehen. Und wir konnten noch ein paar lokale Kuriositäten entdecken.

Camdens Pferdeköpfe
Camdens Vergangenheit

Was ich zu der Zeit noch nicht wusste: Das war das letzte Mal, dass ich die riesigen Bronzepferde im Camden Market bestaunen durfte. Die mächtigen Gestalten erinnerten an die ehemaligen Bewohner des Markets, der früher ein Pferdestall gewesen war. Gerüchteweise wurden die Pferde versteigert, weil sie zu schwer für das alte Gebäude wurden – aber diesen Grund oder einen anderen kann ich nach einer Recherche nicht mit einer Quelle belegen. Der Camden Market gehört zu meinem festen Reiseprogramm und ich hoffe, dass ich ihn in seiner Vielfalt und Kreativität noch lange genießen kann.

Die dritte Reise

Die Touristen-Hotspots konnte ich dann später für Dalma wieder ausgraben. Wir sind, mit einer Freundin von mir, das erste Mal zusammen vereist und das auch eher zufällig. Dalma hat den Anstoß gegeben nach London zu fliegen und ich habe mich angeschlossen. Als Unterkunft haben wir eine Flat über Airbnb gebucht, im Osten von London. Und eins kann ich euch sagen – nach dieser Reise war klar, dass Dalma und ich absolut reisekompatibel sind.

Das Walkie-Talkie-Gebäude in London
Das Walkie-Talkie-Gebäude – Zum Dahinschmelzen

Ich möchte an dieser Stelle nicht allzu ins Detail gehen, das ist eine Geschichte, die ihren eigenen Beitrag verdient. Aber nach einem kaputten Boiler, einem nächtlichen Besucher an der Balkontür, einer Nasennebenhöhlenentzündung und Panik! at the airport (Hin- und Rückflug) können wir davon ausgehen, dass uns so schnell nichts aus der Ruhe bringt.

Doch zurück zu den schönen Momenten der Reise: Zur Abwechslung hatte ich auch dank Dalma einen Plan, was wir in London abklappern wollen und daran haben wir uns sehr gemütlich und flexibel gehalten. Durch unsere Wohnlage konnte ich den Osten ein wenig mehr erkunden, sprich, die Brick Lane mit ihren alternativen Läden und Flohmärkten. Auch zum Flower Market am Sonntagmorgen habe ich es geschafft und konnte dadurch ein wenig in den Alltag Londons eintauchen.

Apropos Alltag

In London kann man sich praktischerweise, auch wenn es teuer ist, gut mit der Sandwich-Shop-Kette Pret a Manger durchfuttern. Die Läden sind buchstäblich an jeder Ecke zu finden und bieten frische Sachen an, von Porridge über Curry bis hin zu vegetarischen Angeboten. Und ich liebe den hauseigenen Kaffee! Zum Kräftetanken sind die Läden eine gesunde Alternative, die ich sehr zu schätzen weiß. Mir ist es wichtig, etwas gescheites im Magen zu haben, von dem ich keine Probleme bekommen, statt die Spezialitäten des Landes zu probieren. Und Pret ist auch immer gut besucht, so dass man sich auch mal zurücklehnen und die Londoner auf sich wirken lassen kann.

Pret-A-Manger-Spezialitäten
Bestes Frühstück bei Pret – Kaffee und Porridge

Mir ist natürlich klar, dass London eine Weltstadt ist und damit von Touristen überlaufen. Aber durch eine gewisse Weise fühlt es sich auf den Straßen Londons nicht so anonym an, wie man denken möchte. Ich habe die Theorie, dass es daran liegt, dass die Londoner so höflich sind. Dadurch, dass man ständig „Sorry“ sagt, weil jemand einem in den Weg gelaufen ist, wird man direkt angesprochen und damit mehr oder weniger beachtet. Und dass jeder in dieser riesigen Stadt so hilfsbereit ist! Als gute Touristen standen mein Vater und ich einmal an einer roten Fußgängerampel und ein Fahrradfahrer rief uns zu, dass wir ruhig rübergehen können. Oder der geduldige Busfahrer, der mir beim Abzählen der Münzen geholfen und uns dann doch rausgeschickt hat – weil unser Ziel gleich um die Ecke lag. Ich war regelrecht schockiert, als ein Typ mir den Weg mit seinem Rollkoffer abgeschnitten und sich NICHT entschuldigt hat! Aber zugegeben, wir befanden uns in einer Underground Station, wo es ein wenig hektischer zugeht.

Das vierte Mal London

Die vierte Reise ist auch meine letzte Reise und schon so lange her – Dezember 2015. Weihnachtseinkäufe in London, das hat einigermaßen gut geklappt, war aber viel zu stressig, um es noch einmal zu machen. Allerdings war London dank all der Weihnachtsbeleuchtung doppelt so schön anzusehen. Dieses Mal war ich alleine unterwegs. Ich hatte viel Zeit und Ruhe mir die Stadt erneut zu Fuß zu erobern und diese Entscheidungsfreiheit kann ich nur empfehlen! Es sei denn, ihr habt eine so geduldige Reisebegleitung wie Dalma, mit der man stundenlang nach dem richtigen Mittagslokal suchen kann. (Natürlich sind wir wieder bei Pret gelandet.) Zwischendurch habe ich mich zweimal mit einer Freundin getroffen, die nach London gezogen war und durch die ich auch endlich einmal Fuß in einen Pub gesetzt und einen Vorort von London kennengelernt habe.

Ich glaube, ich könnte dir noch stundenlang von London erzählen, aber an dieser Stelle würde es den #TravelTuesday sprengen. Ich hebe mir die schönen Erinnerungen für ein anderes Mal auf und kann dir hoffentlich auch bald von neuen Erlebnissen in London berichten.

© Brandspark

Schon gesehen?
Dalma hat ihre London Highlights für dich in einem Beitrag zusammengefasst.

1 Kommentar zu “London Calling

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