Kolumne Reise

Miras Neuseeland-Reise – Der erste Monat

Die Sonne geht in Neuseeland auf

Am 08. Oktober 2007 trat Mira den Flug nach Neuseeland an. Heute, genau zehn Jahre später, erzählt sie von ihrer 7-monatigen Reise. 

Mira wartet auf den Flug
Die Reise beginnt! (Mira, damals 19)

Im ersten Monat sind wir (meine Begleitung und ich) schon ein gutes Stück gereist. Es ging von Auckland in den Norden ins Northland und wieder zurück. Weiter nach Coromandel auf eine Wwoofing-Farm (World Wide Opportunities on Organic Farms) und dann haben wir dem Auenland einen Besuch abgestattet.

Meine Reise liegt zwar 10 Jahre zurück, aber die Hostels und Activities, die ich dir empfehle, sind recherchiert und immer noch aktuell!

But first: Singapur

Häuser von Singapur
Blick vom Hotel auf Singapur

Die Orga, mit der wir gereist sind, bot Stopovers in Asien an. Ich entschied mich für eine Übernachtung in Singapur, mit Stadtrundfahrt und einem Besuch im botanischen Garten.

Das war auf jeden Fall der richtige Einstieg in die große Reise und eine kleine Atempause auf dem langen Flug von Frankfurt, mit bereits 12 Stunden Flugzeit. Singapur ist eine schöne Stadt und hat ihren eigenen Artikel verdient. Also dazu später mehr hier auf BirdOfPassage.de!

Von Singapur ging es weiter nach Sydney, dieser Flug dauert ungefähr acht Stunden. Und dann endlich, nach drei weiteren Stunden, tauchte das grüne Neuseeland unter uns auf und wir landeten in Auckland.

Auckland

Ich kann schon soviel verraten: Von den ersten Stunden bekam ich nicht viel mit, mir war kotzübel vom Flug und habe vielmehr Sightseeing in den öffentlichen Toiletten Aucklands betrieben. Es konnte also nur noch besser werden!

Skyline mit Sky Tower
Skyline von Auckland mit dem Sky Tower

Das habe ich mir auch in unserem ersten Hostel immer wieder sagen müssen. Unsere Orga hat uns ins größte Hostel Aucklands gesteckt, das Base Backpackers Auckland. Und meine Begleitung und mich in ein winziges Zwei-Hochbetten-Zimmer. Ohne. Fenster. Ganz schön deprimierend!

Also schnell raus und rein in die erste Großstadt, die mir nach Singapur unter die Augen kam. Hochhäuser, Polizeisirenen, riesige Kreuzungen, auf denen die Menschen wie in Tokio quer über die Straße laufen! Ich war mächtig beeindruckt – aber man bemerke: Auckland hat etwas weniger Einwohner als Hamburg, cira 1.377 Millionen. Ich hatte also eindeutig eine rosarote Brille auf.

Blick auf Auckland
Die „Großstadt“ vom Sky Tower aus gesehen

Nach den ersten Formalitäten, wie dem Besuch beim örtlichen Office des Reiseveranstalters und der Eröffnung eines Bankkontos, sind wir dann auch ins nächste Hostel gezogen. Das Nomads Fat Camel war damals ganz okay und sauber, aber laut Google Reviews ist es nicht mehr das beste Hostel, deswegen gibt es hier keinen Link. Für uns war es ideal, beim Buchen mehrere Nächte gab es eine kostenlose Fahrt mit dem Bus ins Northland und zurück!

Things to do in Auckland:
– In der Abenddämmerung auf den Sky Tower fahren und zusehen, wie die Lichter in der Stadt nach und nach angehen. Wahlweise könnt ihr auch für den Rückweg nach guter neuseeländischer Gewohnheit vom Turm herunterspringen.
– Eine Tour über die Auckland Harbour Bridge, inklusive Bungy Jump. (Ich habe dankend abgelehnt.)
– In den Vorort Mount Eden fahren und auf dem gleichnamigen Vulkan spazieren gehen.

Das Northland und Paihia

In Neuseeland gibt es viele Busunternehmen, die verschiedene Routen abfahren, auf denen man an Stationen die Reise unterbrechen und später wieder aufnehmen kann. Mit so einem Bus sind wir in den Norden, Richtung Paihia, gefahren. Bei diesen Touren ist es üblich, für eine kurze Zeit an Sehenswürdigkeiten zu halten. Für uns war es ein Besuch im Kauri Forest beim „Lord of the Forest“ Tāne Mahuta, einem Baumriesen, dessen Alter zwischen 1.250 and 2.500 Jahre geschätzt wird.

Maritimes Hostel
Eine der Küchen vom Hostel „Mousetrap“

Wer in Auckland landet, dem empfehle ich wärmstens eine Tour ins Northland, in die berauschende Natur Neuseelands mit seinen Palmen, grünen Hügeln und Vogelgesang. Und ganz speziell empfehle ich ein Hostel in Paihia, dem kleinen Ort am Meer. Das Hostel Mousetrap war wie eine Oase nach dem windigen, kalten, „großen“ Auckland. Maritim gestaltet und in der Nähe vom Strand gelegen, hatte ich endlich das Gefühl, in diesem Hostel in Neuseeland angekommen zu sein. (Witzigerweise wurde – oder wird – es von einer Deutschen betrieben.)

Ich gebe zu, viel kann man in Paihia nicht machen außer Tagesausflügen. Einer führte uns nach Russell auf der anderen Seite der Bucht. Russel ist noch viel verschlafener als Paihia, es gab aber Zeiten, in denen Russell das „Höllenloch des Pazifik“ genannt wurde.

Wer übrigens auf viktorianische Häuser steht, so wie ich, der ist in Neuseeland goldrichtig. Und auch in Russell gibt es noch viele Häuser in diesem Stil.

Coromandel Peninsula

Ich bin mit meiner Begleitung weiter auf die Halbinsel Coromandel gereist, über die viel Schönes gesagt wurde. Dieses Gebiet kannst du gut bereisen, indem du immer an der Küste entlang fährst. In Whitianga kann ich das Hostel Cat’s Pyjamas empfehlen. Nichts aufregendes, wir hatten zu der Zeit unsere Ruhe. Um die Geldreserven zu schonen, stand Wwoofing auf dem Plan. Im Prinzip also bei Neuseeländern unterkommen, ein paar Stunden auszuhelfen und dafür Kost und Logis zu bekommen. Aufgeregt standen wir in einer Telefonzelle und haben die verschiedenen Farmen in der Nähe angerufen.

Selbstgebauter Grill
Selbstgebauter Grill im „Aussteiger-Style“

Wwoofing bei den Aussteigern

Nähe Coromandel (der Stadt) bekamen wir dann eine Zusage und wurden vom Neuseeländer Logan abgeholt und zu seinem selbstgebauten Haus im Busch gebracht. Dort lebte, in einem umgebauten Wohnwagen, seine Freundin aus der Schweiz. Logan hatte noch Gewächshäuser und Kühe und Schafe und war sozusagen ein Selbstversorger. Das kam mir wie das perfekte Aussteigerleben vor! Wir bekamen auch gut was geboten und dafür haben wir verschiedene Dinge im Garten und Haus erledigt.

Im anliegenden Busch haben wir die Wege beschnitten, damit sie nicht zuwucherten. Grüne Farne, kristallklare Bäche, unbekanntes Vogelgezwitscher – ich kam mir vor wie im Film! Einen Ausflug an den Strand inklusive Muschelernte gab es auch und nach ein paar Tagen ging es für uns wieder weiter.

Unterwegs

Ich kann nicht beurteilen, wie die Situation jetzt ist, aber vor zehn Jahren bin ich ein paar Mal getrampt. (Also per Anhalter gefahren – in Neuseeland wird wandern auch tramping genannt.) Es ist nie was passiert – oft wortwörtlich, wenn lange Zeit kein Auto vorbei gekommen ist – und ich war auch immer mit meiner Freundin unterwegs.

Auf diesem Weg sind wir wieder nach Coromandel Town gelangt und im The Lion’s Den Hostel abgestiegen. Coromandel war damals ein kleiner Ort – so wie eigentlich alle Dörfer in Neuseeland und wir wollten bald wieder weiter. Wenn du mal da bist, statte dem Driving Creek Cafe einen Besuch ab. Das Café ist typisch neuseeländisch organic und der Karottenkuchen war sehr lecker!

Thames war dann die erste größere Stadt, die wir zu Gesicht bekamen und dort kannst du gut im Sunkist Guesthouse unterkommen. Die Bewertungen bei Google Reviews sind nicht so gut, aber werf einmal einen Blick rein; jemand, der mit strengen Regeln nicht klar kam, hat anscheinend mehrmals nur einen Stern verteilt. Schnapp dir eins der Hostel-Fahrräder und mache eine Tour zum Butterfly and Orchid Garden.

Hobbiton

Mir geisterte immer noch mein Kontostand warnend im Kopf herum und wir machten uns auf den Weg zur zweiten Wwoofing-Farm in der Nähe von Matamata. Und was ist noch in der Nähe von Matamata? Richtig: Das Auenland.

Hobbiton nach dem Herr der Ringe
Hobbiton vor 10 Jahren

Es fing als Schafsweide an, deren grüne Wiesen Peter Jackson als Drehort überzeugt hatten. Nach dem Filmdreh vom „Herr der Ringe“ wurden auch wieder die Schafe zwischen die kleinen Hobbit-Höhlen zum Weiden geführt. Heute, nach dem „Der kleine Hobbit“, wird das Auenland als Tour groß aufgezogen, aber vor zehn Jahren musste ich aufpassen, dass ich nicht in Schafskacke trete. Unser Fremdenführer hat interessante Fakten erzählt und es standen ein paar Infotafeln vor bestimmten Sehenswürdigkeiten aus den Filmen, aber das waren dann so was wie Birnenbäume, aus denen der Größe wegen Apfelbäume gebastelt wurden. Überzeugt hatte das Auenland durch die grünen Wiesen und den großen „Partybaum“, unter dem im Film die Geburtstagsfeier abgehalten wurde.

Grüne Schafsweiden
Der Partybaum mit Filmszene

Der erste Monat

Das war auch schon mein erster Monat in Neuseeland! Für das erste Mal von Zuhause fort haben wir uns wacker geschlagen und auch schon viel gesehen. Zum ersten Mal mussten wir sozusagen für uns selber sorgen, uns unser Geld gut einteilen und ein neues Land entdecken. Wir mussten mit uns und mit fremden Menschen auskommen und immer etwas zu essen und eine Unterkunft besorgen.

Schlamm in Rotorua
Es stinkt in Rotorua!

Die nächste Kolumne erscheint am 12. Dezember! Dann erzähle ich dir von der zweiten und dritten Wwoofing-Farm, dem Schwefelgeruch in Rotorua, wie man am besten in einer großen Kugel einen Berg herunterrollt und von Wellington, das neuseeländische El Dorado für Café-Liebhaber.

2 Kommentare zu “Miras Neuseeland-Reise – Der erste Monat

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